Bildunterschrift: V.l.n.r.: 2. Bürgermeister Johann Schlackl, Rektor Dr. Christian Hruschka, Susanne Freudenstein von TfK, Martin Gruner und das Azubi-Team der Fa. Oechsler mit Daniel Stengel, Marco Fetz, Peter Schiefer und Jan Siller
Bildunterschrift: V.l.n.r.: 2. Bürgermeister Johann Schlackl, Rektor Dr. Christian Hruschka, Susanne Freudenstein von TfK, Martin Gruner und das Azubi-Team der Fa. Oechsler mit Daniel Stengel, Marco Fetz, Peter Schiefer und Jan Siller.

Die Rückkehr des Bastelkellers

Technik für Kinder an der Grund- und Mittelschule Wolframs-Eschenbach

Es liegt was in der Luft, im Technikraum der Grund- und Mittelschule Wolframs-Eschenbach. Und zwar der „Duft des Bastelns“: 18 Kinder der 4. Jahrgangsstufe löten, schrauben, hämmern, was das Zeug hält. Sehr zur großen Begeisterung von Susanne Freudenstein von „Technik für Kinder e.V.“, die extra aus dem fernen Niederbayern angereist ist, um die Schule in Wolframs-Eschenbach mit der Übergabe des Logos an diesem Tag zu zertifizieren. „TfK“ ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz an der Technischen Hochschule Deggendorf, gegründet 2010 mit dem Ziel, Kindern zu ermöglichen, ihr Talent für Technik zu entdecken.

Das Azubi-Team unter der Leitung von Martin Gruner, das mit sicht- und spürbarer Begeisterung die Grundschüler beim Basteln anleitet, stellt die Firma Oechsler aus Ansbach. Denn nebenbei sollen durch die Aktion aber natürlich auch Nachwuchskräfte für morgen gewonnen werden. „Die Betriebe jammern ja noch auf relativ hohem Niveau“, so Ulrike Philipp, Berufsfindungsbegleiterin an der Schule in Wolframs-Eschenbach. Noch seien genügend Azubis da. Aber man bemerke einen Rückgang im Bereich der technischen Grundkenntnisse und Fingerfertigkeiten. „Kein Wunder“, ergänzt Johann Schlackl, zweiter Bürgermeister der Stadt Wolframs-Eschenbach: „Früher hatte jeder Junge eine Modellbahn, einen Metallbaukasten oder hat mit Fischertechnik gespielt. Jeder Papa, jeder Opa hatte eine Werkstatt im Keller. Und wenn im Hause irgendwas gemacht wurde, hat der Sohnemann mit angepackt.“ So hätten zumindest die Jungs von klein auf Technik im Blut gehabt und handwerkliche Grundfertigkeiten erlernt.

Heute, im Zeitalter von i-phone und Co, ist dies freilich anders. Umso stolzer präsentiert Oliver sein Lämpchen, während Vanessa noch konzentriert an einer kleinen Platine herumlötet. Fingerspitzengefühl ist hier ebenso gefragt wie Konzentration. Was Susanne Freudenstein, die mit ihrem Verein das Projekt mit 1800,-€ sponsort, besonders freut: Auch die Mädchen sind ganz selbstverständlich dabei. Und hinter vorgehaltener Hand: „Die arbeiten meistens sogar exakter und gewissenhafter. Die Jungs wollen vor allen Dingen fertig werden.“ Wolframs-Eschenbach geht im Bereich der Technikförderung mit gutem Beispiel voran.

Mit Silvia Ortner als designierter Fachberaterin Technik, Bianca Fina-Milbradt als Schule-Wirtschafts-Koordinatorin und Ulrike Philipp als Berufsfindungsbegleiterin hat TfK in der Parzivalstadt die idealen Ansprechpartner vor Ort, um Networking in Sachen Technik an Schulen betreiben zu können; noch am gleichen Tag werden die Eckpunkte für die weitere Zusammenarbeit abgesteckt. Die Kinder bekommen nicht nur die selbstgemachten Modelle mit nach Hause, sondern es gibt auch für jeden eine Urkunde. Und die Drittklässler, die das ganze Geschehen höchst interessiert mitverfolgt haben, freuen sich jetzt schon auf den Folgekurs im nächsten Jahr.