Führen lernen: Führungskompetenz mit tiergestützter Pädagogik

Weiterbildung am 12.07. im Frankenland Alpaka Niemand begegnet einem Menschen unvoreingenommener und ehrlicher als ein Tier, speziell Herdentiere wie Pferde oder Alpakas. Denn als solche sind sie von Natur aus darauf gepolt, direkt und unmittelbar zu reagieren. Wer sich in einem tiergestützten Coaching mit seinen persönlichen Herausforderungen, Ängsten oder konditionierten Verhaltensmustern einem Tier nähert, das in einem sozialen Verband lebt, wird schnell einen Spiegel vorgehalten bekommen: Das Unbewusste wird äußerlich sichtbar.

Das Alpaka lebt, wie der Mensch, im sozialen Herdenverband. Dieser funktioniert nur über eine klare Kommunikation. Stimmen unsere ausgesendeten Signale mit unseren Worten überein, werden wir als glaubwürdig wahrgenommen. Auch das Alpaka reagiert auf diese Weise, nur viel direkter und unvoreingenommener als ein Mensch. In einem Coaching mit diesen Neuweltkamelen kommt deshalb das Feedback authentisch, deutlich und prompt – und manchmal auch aus dem Magen. Vom äußeren Schein lässt es sich nicht täuschen; Kleidung – beispielsweise der Langbinder, der Autorität und sozialen Status zum Ausdruck bringen soll – interessiert das Alpaka überhaupt nicht. Wie sich das Verhalten in der sozialen Interaktion mit Herdentieren aktiv ändert, durfte das Kollegium der Grund- und Mittelschule Wolframs-Eschenbach am 12.07. bei einer Weiterbildung unter der Leitung von Anne Rück, Mitglied der Alpaca Association e.V., erfahren.

Die Kolleginnen und Kollegen erlebten die Konsequenzen Ihres Handelns buchstäblich am eigenen Körper. Sie erhielten von den Tieren unmittelbares Feedback in Entscheidungsprozessen oder erfuhren ganz zielgerichtet, welche Ressource Sie nun wie einsetzen müssen, um zum gewünschten Erfolg zu gelangen. Durch diese Spiegelfunktion des Alpakas im tiergestützten Umgang können Menschen schnell ihr Können und soziale Kompetenzen entdecken: Feedback wird schneller auf- und angenommen, da es sich nicht auf persönlicher, sondern „tierischer“ Ebene abspielt. Durch die Bestätigung des Tieres erlebt man sich selbst als authentisch, reflektiert eigene Impulsgebung und gewinnt zunehmend an Selbstvertrauen; kurz: Eine hochinteressante Erfahrung, die auch rückblickend niemand missen wollte. Natürlich kann auch im Zuge der Reflektionsrunde der gesellige Teil nicht zu kurz.

Ein herzlicher Dank geht an Anne Rück, die uns kompetente Begleiterin war, und an Ulrike Philipp, die diese ebenso kurzweilige wie hochinteressante „tierische“ Feedbackerfahrung möglich gemacht hat.