Literaturlesung des Autorenverbandes Franken

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  v.l.n.r.: Walter Tausenpfund, Christa Bellanova, Manfred Seifert, Irmi Kistenfeger-Haupt, Anna Neder-von der Goltz, Werner Haupt
v.l.n.r.: Walter Tausenpfund, Christa Bellanova, Manfred Seifert, Irmi Kistenfeger-Haupt, Anna Neder-von der Goltz, Werner Haupt.

Ganz zu Beginn des Schuljahres konnten sich die Schüler an der Grund- und Mittelschule Wolframs-Eschenbach über ein absolutes literarisches Highlight freuen: Für die Schüler der 9.Klasse sowie der zum Mittleren Bildungsabschluss führenden Vorbereitungsklassen („9+2") richtete der AutorenVerband Franken anlässlich seiner Jahrestagung 2017 eine Autorenlesung aus. In jeder der drei Klassen lasen je zwei Autorinnen bzw. Autoren aus ihren Werken und standen auch den Schülern für einen literarischen Gedankenaustausch zur Verfügung.

Während beispielsweise Walter Tausendpfund aus Pegnitz nachdenkliche und heitere Mundartgedichte vortrug, las Irmi Kistenfeger-Haupt aus Nürnberg in Auszügen über die Geschichte ihrer Kindheit und Jugend in den 50er und 60er Jahren in Rothenburg vor. Christa Bellanova, ebenfalls aus der Norisstadt stammend, erzählte die Geschichte von Leni - einem Dienstmädchen um 1835 in Nürnberg - das im Hause der „Herrschaft" gerne an Türen lauscht. Auf diese Weise erfährt sie von den Plänen, in Nürnberg eine Eisenbahn zu bauen. Als dann aus England der Ingenieur William Wilson, den Leni heimlich Willi nennt, im Haus als Gast aufgenommen wird, verliebt sie sich in ihn. Wilson kehrt nicht mehr nach England zurück und wird in Nürnberg begraben, als er mit 53 Jahren stirbt. Leni ist von ihm nur ein Taschentuch geblieben. Die Lokomotive „Adler" jedoch, die Wilson aus mitgelieferten Einzelteilen zusammenbaute und die er als Lokführer bediente, lässt eine neue Zeit heraufdämmern: Die Zeit der Industrialisierung beginnt.

In Werner Haupts autobiografischen Geschichten geht es um einen Jungen, der in der Nachkriegszeit ein Leben in zunehmendem Wohlstand erfährt. Eine neue Zeit dämmert herauf! Gleichwohl erlebt der Junge diese Zeit nicht nur als Geschenk. Im Zuge des beruflichen Aufstiegs seines Vaters muss der Sohn immer wieder geliebte Menschen und vertraute Orte verlassen.

Manfred Seifert, ebenfalls ein Nürnberger, las aus den „Geschichten auf Rädern" und weiteren heiteren Kurzgeschichten vor, und auch Frau Anna Neder-von der Goltz war zu Gast bei uns. Alle Autoren standen im Anschluss für Fragen zur Verfügung, die sich durchaus nicht auf ihr Werk beschränkten sondern weit darüber hinausgingen. Beispielsweise: Welche Bücher man denn kennen solle? Welche Bücher sie der Jugend von heute empfehlen würden? Und was sie denn von der Jugend von heute hielten?

Alles in allem eine Veranstaltung, die absolut angetan war, Lesefreude und –interesse zu wecken.